Profil:

Der Online-Journalist

Neben den klassischen Darstellungsformen des Journalismus wie Print-, Bild-, Radio- und Fernsehjournalismus hat sich der Online-Journalismus als eigener Bereich entwickelt. Das neue Berufsbild, des „Online-Journalisten“ lässt sich sowohl über die Zuordnung als auch über die Abgrenzung zu anderen Berufsfeldern definieren. Der Online-Journalist sollte im Vergleich zum klassischen Journalisten nicht nur das Handwerk des Schreibens beherrschen, sondern auch in der Lage sein, mit Redaktionssystemen umzugehen. Darüber hinaus sollte er Websites mit HTML-Editoren erstellen können und die gängigen Bild-, Audio- und Videosoftwareprodukte nutzen. Diese Computerkenntnisse sollten laufend aktualisiert werden.

Arbeitsverhältnis

Online-Journalisten arbeiten in Festanstellung oder freiberuflich, zum Teil auch als sogenannte „feste Freie“ mit Sozialversicherung. Zudem gibt es Online-Journalisten, die als selbständige Unternehmer tätig sind. Der Schritt in die Freiberuflichkeit sollte wohl überlegt sein.

Einkommen

Die Bandbreite der Verdienstmöglichkeiten reicht von pauschal 12 Euro pauschal für einen kommentierten Link bis hin zu eindrucksvollen Gehältern und Honoraren. Solange insbesondere für angestellte Online-Journalisten ein Tarifvertrag fehlt, empfiehlt Dr. Gabriele Hooffacker, sich wahlweise an den Tarifverträgen für Redakteure von Tageszeitungen oder von Zeitschriften zu orientieren. Die aktuellen Tarifverträge findet man auf http://www.djv.de/Tarifvertraege.756.0.html.

Eine Orientierung für Freiberufler ist der Haustarifvertrag, den die Gewerkschaften „DJV“, „ver.di“ und der WDR im Jahr 2005 als Mindestvergütungen für Online-Journalisten abgeschlossen haben: Dazu: http://www.freienseiten.de/wdr/wdr_honorarrahmen_internet.pdf

Perspektiven

„Multitalente haben die besten Chancen. Wer nicht nur auftragshalber recherchiert, sondern eigenständig Beiträge entwickelt, nicht nur gute Ideen hat, sondern die Kontakte selbst herstellen und in Projekte umsetzen kann, nicht nur gut schreibt, sondern seine Konzepte mit dem grafischen HTML-Editor auch umsetzen kann, wird sich in diesem Beruf wohlfühlen.“ (Gabrielle Hooffacker, Leiterin der Journalistenakademie Dr. Hooffacker & Partner)

„Die Perspektiven für Journalisten im Online-Bereich werden sehr positiv sein. Mehr als ein Drittel aller Deutschen sind mittlerweile online. Das junge Medium Internet hat seinen Platz gefunden. Das Internet wird kein anderes Medium verdrängen. Es wird additiv hinzutreten.“ (Hans Helmreich, Leiter der Redaktion Multimedia beim Bayerischen Rundfunk)

„Das Internet hat aus meiner Sicht eine große Zukunft. Und an dieser Zukunft müssen wir uns mit beteiligen! … Ich werde auch alles unternehmen, damit wir nicht in die Gefahr geraten, zu sehr in Richtung E-Commerce abzugleiten. Die publizistische Unabhängigkeit muss aber ein unangetastetes Element des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und dabei insbesondere der ARD bleiben.“
(Fritz Pleitgen, Journalist)

„Jedes klassische Medium muss heute und in Zukunft online präsent sein, um überhaupt überleben zu können. Zeitungen, die ihre Online-Ausgaben nicht professionell pflegen, werden auf Dauer ihr Image schädigen und Abonnenten, vor allem junge Leser, der Print-Ausgabe verlieren. Als Herausforderung der Zukunft sehe ich das Thema Konvergenz im redaktionellen Bereich. Die Online-Redaktionen, die jetzt oft noch ein Insel-Dasein fristen, werden in die traditionellen Redaktionen hineinwachsen. Die Redaktionen arbeiten künftig multimedial, zum Beispiel werden auch die Medien Hörfunk und Fernsehen zusammenwachsen.“
(Prof. Klaus Meier, Journalist und Buchautor von „Internet-Journalismus“)

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