Katharina Gassner arbeitet als Online-Journalistin

Katharina Gassner arbeitet als Online-Journalistin

 „Wer jetzt schläft, hat verloren“

Ein Interview mit Katharina Gassner, Journalistin und ehemalige Chefin vom Dienst einer Ingolstädter Wochenzeitung

Die Ingolstädter Journalistin Katharina Gassner beschritt den klassischen Weg in den Journalismus. Nach dem Abitur und der Ausbildung zur Fachinformatikerin absolvierte Katharina Gassner ein Redaktionspraktikum. Ihre damalige Chefredakteurin inspirierte sie, Multimedia und Kommunikation zu studieren. Ihr Schwerpunkt war der Fernsehjournalismus. Es folgte ein weiteres Praktikum und ein Volontariat in einer Fernsehredaktion. Nach zusätzlichen Seminaren, Fort- und Weiterbildungen avancierte Katharina Gassner zur Chefin vom Dienst eines wöchentlich erscheinenden Printmediums. Neben der Zeitung versuchte der Verlag, ein Online-Portal mit täglichen News aus der Region zu etablieren. „Und so machte ich meine ersten Erfahrungen mit dem Online-Journalismus.“

Inwieweit betrifft Sie der aktuelle crossmediale Wandel?

Katharina Gassner: Der Online-Journalismus ist die Zukunft. Die letzte Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit berichtet, dass der Journalismus aktuell in der schwersten Krise seit 1949 steckt. Wer aufmerksam die Medienwelt, vor allem den Printbereich beobachtet, sieht schwindende Auflagenzahlen oder noch schlimmer, Zeitungen, die eingestellt werden müssen. Das ist verständlich, denn warum soll ich auf morgen warten, wenn ich auf zahlreichen Nachrichtenportalen die Infos sofort bekomme! Als Smartphone-User sogar per „Push-Nachricht“ direkt aufs Handy. Einfach, schnell, unkompliziert und meistens sogar kostenlos. Ich denke, über kurz oder lang wird es die Tageszeitungen – in der Form, wie wir sie jetzt kennen – nicht mehr geben. Ich selbst lese in der regionalen Tageszeitung nur noch den Lokalteil. Alles andere, also das weltpolitische Geschehen, suche ich mir auf diversen Onlineportalen zusammen. Der Vorteil ist, ich kann selbst entscheiden, welches Medium ich lese.

Hat das für Sie in Bezug auf den Online-Journalismus Konsequenzen?

Katharina Gassner: Die Konsequenz ist einfach zu ziehen. Wer jetzt schläft, hat verloren! Jetzt gilt es, innovative Ideen im Onlinebereich möglichst schnell und effizient umzusetzen. Nachdem es hier in Ingolstadt noch kein wirklich relevantes und attraktives Onlinemedium gibt, heißt es, selbst aktiv zu werden.

Aktiv zu werden – was bedeutet das?

Katharina Gassner: Ich habe mich mit zwei Leuten zusammengeschlossen, einer davon war viele Jahre Chefredakteur einer Zeitung, der andere ist Profi in Sachen Grafik, Onlinevermarktung und Social Media. So sind wir gerade dabei, ein kostenloses Portal auf die Beine zu stellen, das crossmedial arbeitet. Natürlich müssen Design und Funktionalität für Smartphone-User ausgesprochen attraktiv sein. Wir haben uns nun intensiv mit den Nachrichtenbedürfnissen der Ingolstädter auseinander gesetzt. Ich denke, unser Konzept mit den drei Bereichen „Lesen, Hören, Sehen“ hat für jeden etwas zu bieten. Schnelligkeit und lokaler Bezug stehen dabei selbstverständlich im Fokus.

Frau Gassner, danke für das Interview.

Das Interview führte Melanie Nunner.

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