Verdienst, Tarife und Tipps

 

Die Gehälter der Redakteure werden zwischen Verlegerverband und Gewerkschaften ausgehandelt und sind in einem Tarifvertrag festgelegt. Viele Arbeitgeber im Medienbereich sind jedoch keinem Tarifvertrag angeschlossen. Das Gehalt wird dann frei ausgehandelt. Prinzipiell hängt der Verdienst eines Redakteurs von verschiedenen Faktoren ab. Hauptsächlich richtet er sich nach dessen Berufserfahrung und Verantwortlichkeit sowie der Größe des Unternehmens.

 

1.       Volontariat und Einstiegsgehalt

2.       Redakteure in verantwortlicher Position

3.       Freie Redakteure

4.       Online-Journalisten

5.       Rundfunk und Pressestellen

 

 

1.       Volontariat und Einstiegsgehalt

Der Berufseinstieg erfolgt in der Regel über ein zweijähriges Volontariat. Der Volontär durchläuft dabei mehrere Stationen und lernt verschiedene Ressorts kennen. Während seiner Ausbildungszeit hat er Anspruch auf außerbetriebliche Bildungsmaßnahmen. Die Kosten dafür trägt der Verlag.

Das Gehalt eines Redaktionsvolontärs staffelt sich nach Ausbildungsjahr und Alter. Vor dem vollendeten 22. Lebensjahr verdient er im ersten Jahr laut Tarifvertrag 1411 Euro im Monat, im zweiten Jahr sind es rund 200 Euro mehr. Danach liegt sein tariflich festgesetztes Gehalt im ersten Jahr bei 1796 Euro, im zweiten Jahr erhöht es sich auf 2031 Euro monatlich.

Ein Berufsanfänger in der Gehaltsgruppe I, also ohne besondere Stellung oder Entscheidungsbefugnis, kann in den ersten drei Jahren als Redakteur mit rund 1000 Euro im Monat mehr rechnen. Weitere Gehaltserhöhungen stehen laut Tarifvertrag nach vier, sieben, zehn und fünfzehn Jahren Berufserfahrung an.

2.       Redakteure in verantwortlicher Position

Redakteure in verantwortlicher Position fallen in die Gehaltsgruppe II. Dazu gehören stellvertretende Ressortleiter, Redakteure mit verantwortlicher Entscheidungsbefugnis für ein Fachgebiet innerhalb eines großen Ressorts, Redakteure, denen mindestens ein Redakteur der Gehaltsgruppe I unterstellt ist oder Chefreporter und Sonderkorrespondenten. Ab dem vierten Berufsjahr liegt das Bruttogehalt laut Tarifvertrag bei 3884 Euro monatlich. Drei Jahre später erhöht es sich auf 4478 Euro. Nach zehn Jahren in der Gehaltsgruppe II liegt das tariflich geregelte Bruttogehalt eines Redakteurs bei monatlich 5072 Euro. Die Gehälter der Ressortleiter und Chefredakteure werden individuell vereinbart.

3.       Freie Redakteure

Für freie Mitarbeiter und Redakteure hat sich das Zeilenhonorar als Abrechnungssystem für ihre Beiträge etabliert. Unterschieden werden dabei Nachrichten und Berichte, Reportagen und Glossen sowie Kommentare, Leitartikel und Interviews. Außerdem ist die Auflage und das Erst- oder Zweitdruckrecht ausschlaggebend. Beispiel: Bei einer Auflage bis 10 000 Stück liegt das Honorar für eine Nachricht pro Zeile zwischen 47 und 51 Cent. Dabei gilt als Normalzeile die Druckzeile mit 34 bis 40 Buchstaben. Das Honorar für 20 Zeilen des Erstdruckrechts ist als Mindesthonorar für einen Beitrag zu zahlen. Teilweise wird das Zeilenhonorar durch bestimmte, vorher ausgehandelte Pauschalbeträge ergänzt. Nur in seltenen Fällen berechnet sich das Honorar nach der aufgewendeten Arbeitszeit in Stunden oder Tagen. Wird ein Beitrag zeitgleich im Onlinebereich des Mediums genutzt, ist ein Aufschlag von 30 Prozent auf das Honorar für das Printmedium zu zahlen.

4.       Online-Journalisten

Für Online-Journalisten ist eine Berechnung ihres Honorars auf drei Arten möglich:

a)      nach Stunden- und Tagessätzen:

Der Stundensatz liegt zwischen 35 und 80 Euro, der Tagessatz zwischen 250 und 500 Euro. Bei Vergütung auf Grundlage von Stunden- und Tagessätzen ist für jede Nutzung, die über das vereinbarte Nutzungsrecht hinausgeht, ein zusätzliches Entgelt zu zahlen.

b)      nach einer Beitragspauschale:

Die Beitragspauschale unterscheidet Kurztexte bis 1000 Zeichen und längere Texte bis maximal 3000 Zeichen. Hier liegen die Honorare für das Erstnutzungsrecht zwischen 120 und 700 Euro. Für eine Zweitnutzung werden 20 Prozent abgezogen.

c)       nach Zeichen:

Bei der Abrechnung nach Zeichen werden für Nachrichten und Berichte 12 Cent pro Zeichen für die Erstnutzung angesetzt, für Reportagen, Rezensionen, Glossen und allgemeine Tipps 20 Cent.

Die Honorare für Kommentare, Leitartikel, Interviews, Essays und Alleinveröffentlichungsrechte unterliegen der freien Vereinbarung.

Es gilt: Der übliche Nutzungszeitraum beträgt 12 Monate. Was darüber hinausgeht, ist separat zu vereinbaren und wird mit einem Zuschlag von 10 Prozent pro Jahr vergütet, eine dauerhafte Nutzung mit 30 Prozent.

5.       Rundfunk und Pressestellen

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben eigene, für die jeweiligen Sender gültige Tarifverträge. Diese können über die Intranetseiten der Sender eingesehen werden. Informationen erteilt der jeweils zuständige Landesverband der Landesrundfunkanstalten.

Abhängig von Funktion und Einwohnerzahl lassen sich die Mitarbeiter in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit einer Verwaltung in die verschiedenen Entgeltgruppen des TVÖD einteilen. Diese reichen von der Entgeltgruppe 6 als Volontär bis zur Entgeltgruppe 15 für den Leiter der Pressestelle.

 

Die aktuellen Tarifverträge für feste und freie Journalisten werden von den Berufsverbänden und den Verlegerorganisationen zum Download angeboten, zum Beispiel beim Deutschen Journalisten Verband oder der Gewerkschaft Verdi.

Weitere Links zum Thema:

http://www.djv.de/startseite/infos/beruf-betrieb/uebersicht-tarife-honorare.html

http://www.djv.de/startseite/infos/beruf-betrieb/rundfunk-und-online/onlinejournalisten.html

http://www.djv.de/startseite/infos/beruf-betrieb/rundfunk-und-online/rundfunkanstalten.html

http://dju.verdi.de/tarif/tarifvertraege

http://www.journalismus.com/job/tarife/index.html

Stand: Januar 2013

Autorin: Beata Gail

 

 

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