Chat - eigentlich nur das englische Wort für „plaudern“ - ist längst zum Inbegriff für die Unterhaltung via Internet geworden. Chatrooms sind die Orte im Web, in denen sich Leute aus aller Welt über alle möglichen Themen unterhalten. Ob über Sport, Politik, Computer, Lifestyle: Ein Gesprächspartner findet sich immer. Durch einen „Nickname“ bleibt man meistens anonym. Oft jedoch gibt es in den Chats keinen roten Faden. Es wird munter drauflosgeplappert - Hauptsache, es macht Spaß.
Immer mehr und mehr Internetanbieter richten gezielt Chaträume ein, um eine zusätzliche Kundenbindung zu erreichen. Viele haben Chats fest in ihr Kommunikationskonzept eingebunden und bieten dem User viele verschiedene Unterhaltungsbereiche an. Diese Sektoren, so genannte „Channels“, sorgen dafür, dass sich die einzelnen Zielgruppen nicht in die Quere kommen.
Man unterscheidet drei Chat-Formen:
Daneben gibt es viele Misch- und Zwischenformen. Beim Grafik-Chat werden der Chatroom und die Chatter als virtuelle, dreidimensionale Figuren auf dem Bildschirm darstellt. Außerdem können zusätzlich noch Sound und Video eingesetzt werden.
Als Weiterentwicklung dieser Form können im weitesten Sinn virtuelle Welten wie Second Life angesehen werden.
Allerdings ist dafür der schnelle Rechner ein absolutes Muss. Bei einem normalen Chat sind die Äußerungen der Gesprächspartner als Text zu sehen.
Eine Sonderform ist der Telegramm-Chat. Mit Hilfe eines Zusatzprogramms, einem so genannten Messenger, kann sich ein Freundeskreis ungestört unterhalten. Näheres finden Sie unter Instant Messaging . Wer eine Webcam hat, kann eine Video-Konferenz führen.
Da live gechattet wird - und das bei vielen Teilnehmern in einem Wahnsinnstempo - ist schnelles Tippen nötig. Im Laufe der Zeit haben sich spezielle Abkürzungen (Akronyme), so genannte Emoticons und anklickbare Symbole oder Figuren etabliert, die den „Newbies“, den Chat-Neulingen, anfangs zur Verzweiflung bringen.
Weitere Informationen zu Emoticons unter http://de.wikipedia.org/wiki/Emoticons
Viele Chat-Anbieter führen Stoppwortlisten, so genannte „Badlists“, ein, die einschlägige Schimpfwörter, rassistische, rechtsextremistische und andere Ausdrücke von vornherein abblocken. Auch werden in der Regel Redakteure oder Superuser eingesetzt, die den Chatverlauf überwachen.
Im Online-Journalismus findet meist eine besondere Chat-Form Einsatz: das Fachgespräch, der Expertenchat, zum Beispiel im Anschluss an eine TV-Sendung. Experten und Sachverständige stellen sich für einen bestimmten Zeitraum den Zuschauern zur Verfügung. Ein Moderator koordiniert die Fragen. Der Chat wird mitprotokolliert und ins Netz gestellt.