Informierende Formen
Die journalistischen W-Fragen
Aussagekräftige Teaser und Leads
Informieren, interpretieren, unterhalten
1. Rein informierende Stilformen
Meldung
Nachricht
Bericht
2. Interpretierende oder unterhaltende Information: Interviews, Gespräch, Porträt, Reportage, Feature
Interviews
Interviews planen und führen
Gesprächsverlauf und Fragetechnik
Checkliste fürs Interview
Gespräch
Porträt
Reportage
Netzreportage und Netzdossier
Feature
Checkliste informierende Stilformen
Informieren bedeutet Fakten benennen: Die Meinung des Journalisten hat hier nichts zu suchen.
Ein Beitrag muss die sieben journalistischen Ws enthalten:
Wer? Was? Wo? Wann? Wie? Warum? Woher (welche Quelle)?
Auswahl und Reihenfolge der Fakten und Bilder sorgen dafür, dass auch informierende Artikel nicht wirklich „objektiv“ sind. Das achte W: „Für wen schreibe ich?“ gibt hier den Ausschlag: Zielgruppe und politische Tendenz des Formats wirken auf die Berichterstattung ein.
Teaser auf der Startseite sollen neugierig machen und dazu führen, dass der User die Information tatsächlich abruft.
Wichtig, besonders bei längeren Texten: der Vorspann oder Lead mit den wichtigsten Ws. Er ist bis zu 300 Zeichen lang und kann auch interne und externe Links zu weiterführenden Informationen enthalten.
Die Fachliteratur unterscheidet zwischen
- reiner Information
- und erzählender (Michael Haller), interpretierender (Eckart Klaus Roloff) oder unterhaltender Information (Wolf Schneider, Paul Josef Raue).
"When a dog bites a man, that's not news, but when a man bites a dog, that's news", stellte der amerikanische Journalist John B. Bogart bereits vor hundert Jahren fest. Also: Achten Sie auf Aktualität und Originalität! Die Nachricht muss für den User interessant sein!
Informierende Stilformen unterscheiden sich vor allem in der Länge.
- Als kürzeste Stilform umfasst sie bis zu 200 Zeichen.
- Sie beinhaltet die wichtigsten Ws - und oft nicht einmal alle.
- Typische Meldungen sind: Börseninformationen , Veranstaltungshinweise.
Brandaktuelle Meldungen finden Sie täglich auf der Startseite des Online-Auftritts des Bayerischen Rundfunks www.br-online.de
- Eine Nachricht umfasst 200 bis 500 Zeichen.
- Sie hat denselben Inhalt wie die Meldung, bietet aber weitere Einzelheiten und kurze Erläuterungen.
- Ein Bericht ist über 500 Zeichen lang.
- Er schildert die aktuellen Ereignisse, die Vorgeschichte, geht auf die kommende Entwicklung ein, befasst sich mit Details.
- Er ist häufig mit weiterführenden Links zu Hintergrundinformationen versehen.
Diese Darstellungsformen sind anschaulicher geschrieben; sie geben persönlichere Beobachtungen wider. Dennoch bleibt der Autor in der Beobachterrolle und verzichtet auf bewertende Meinungsäußerungen. Im Vordergrund steht das, was beschrieben wird: Atmosphäre, Stimmung, Ausstrahlung der beteiligten Personen und Schauplätze.
Der Blick aufs Detail, die Widergabe verschiedener Einschätzungen versetzen den User ins Geschehen und geben ihm Interpretationshilfe. Fotos und Bilder können einen wichtigen Beitrag leisten. Sorgfältige Recherche ist auch hier wichtig.
Interviews können unter zwei Zielsetzungen geführt werden:
- um Informationen für die eigene Recherche zu erhalten,
- um es für die Veröffentlichung zu gestalten und zu bearbeiten. In diesem Fall sprechen wir vom journalistisch aufbereiteten Interview.
Dies müssen Sie tun, um Interviews vor der Veröffentlichung journalistisch aufzubereiten:
- kürzen, auf Kernaussagen reduzieren, strukturieren;
- Grammatik korrigieren, Ähs und Hms streichen.
Interviews können auch per Video- oder Audiofile ins Netz gestellt werden - am besten ausschnittweise. In voller Länge kann man sie in Texform sowie zusätzlich als Download anbieten.
- Je mehr Sie im Vorfeld wissen, desto präzisere Fragen können Sie stellen. Informieren Sie sich über den Namen, die Funktion des Gesprächspartners und seine grundsätzliche Meinung zu dem Thema.
- Schreiben Sie Eindrücke, Beobachtungen und Zitate mit. Verlassen Sie sich nicht allein auf Ihr Aufnahmegerät.
- Wenn Sie eine Videokamera oder ein Tonband verwenden, notieren Sie sich wichtige Einstellungen. Das spart Zeit bei der Suche nach geeigneten Ausschnitten.
- Notieren Sie sich Ihre Fragen auf Kärtchen. Diese können Sie auch verwenden, um Antworten stichpunktartig mitzuschreiben.
- Halten Sie sich nicht sklavisch an die Reihenfolge. Ein Gespräch lebt von Spontaneität.
- Man unterscheidet zwischen offenen und geschlossenen Fragen. Geschlossene Fragen kann man nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten: „Sind Sie dafür, dass die Grundschule eine neue Turnhalle bekommt?&8220; Bei offenen Fragen kann der Gesprächspartner weiter ausholen.
- Stellen Sie am Anfang unproblematische Fragen, damit Ihr Gesprächspartner sich warm reden kann. Schwierige, provokante Fragen kommen später im Verlauf des Gesprächs.
Mitnehmen:
- vorbereitete Fragen, Material, Notizblock, Stift
- Aufzeichnungsgerät in funktionstüchtigem Zustand: mit Akkus, Ersatzbatterien, Kassetten, Disketten
Notieren vor Ort:
- persönliche Daten wie Name, Alter, Berufsbezeichnung usw.
- beiläufige Bemerkungen
- Umwelteindrücke: Farben, Stimmungen
Ein Gespräch unterscheidet sich folgendermaßen vom Interview:
- Oft sind mehrere Gesprächspartner beteiligt.
- Der Online-Journalist ist Moderator und gleichberechtigter Gesprächsteilnehmer.
- Das Gespräch nimmt mehr Zeit und Platz ein als ein Interview. Plauderton ist zulässig.
Eine Persönlichkeit, eine Stadt oder ein Unternehmen wird vorgestellt. Online kann man Medienwechsel einbauen: Foto, Kurzvideo, O-Ton, Textinformation.
Kennzeichnend für die Reportage ist der Wechsel: des Blickwinkels, der Personen, der Erzählzeit, der Bausteine.
- Zahlen und Fakten dokumentieren den Sachverhalt. Beobachtungen und Eindrücke von Einzelheiten illustrieren ihn zusätzlich.
- Wichtig für einen lebendigen und anschaulichen Stil: Zitate und persönliche Stellungnahmen von Betroffenen auf allen Seiten.
- Fotos, Bildstrecken, Audio- und Video-Elemente geben Stimmungen, Personen, Atmosphäre wider.
Die Netzreportage verschafft dem User im Haupttext einen Überblick über ein aktuelles Thema, zum Beispiel "Rechtsextremismus im Internet". Links führen zu den angesprochenen, meist externen Quellen; unterhalb des Texts werden die Links noch einmal systematisch aufgelistet und oft auch kommentiert. Ein Netzdossier hingegen besteht aus mehreren eigenen Beiträgen zu einem Thema; es enthält in der Regel interne wie externe Links.
- Die Startseite enthält einen Überblick über die einzelnen Abschnitte.
- Sie kann Audiofiles und Videos enthalten, um mehr Informationsdichte zu erreichen.
- Ggf. Druckfassung zum Download anbieten.
- Sie bietet am Schluss weiterführende Links
Das Wort bedeutet ursprünglich „typischer, charakteristischer Gesichts- oder Wesenszug“. Diese Darstellungsform ist der Reportage nah verwandt.
- Das Feature widmet sich grundsätzlichen Fragen und liefert Hintergrundinformationen. Dabei geht es meist von einem detailreichen Einzelfall aus.
- Online kommt es oft als Netzdossier vor.
- Die Kernaussage in den Teaser!
- Auf der Startseite Überblick über die einzelnen Bestandteile geben!
- Die journalistischen Ws beachten
- Das Wichtigste zuerst!
- Einzelheiten gehören in den Text - nach der Kernaussage im Teaser!
- Vorgeschichte, Hintergründe, Charts auf verschiedene Seiten aufteilen!
- Unverfälschte Faktenwiedergabe!
- Keine eigene Meinungsäußerung!
- Vor-Ort-Recherche betreiben, nicht nur Online-Recherche!
- Audio und Video da einsetzen, wo Text und Foto nicht reichen!
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