Meinungsäußernde Formen
Kommentar
Leitartikel
Kritik
Glosse
Kolumne
Essay
Die Meinung des Users
Checkliste für meinungsäußernde Stilformen online
Für einen journalistisch aufgebauten Kommentar gilt:
- Er erklärt Zusammenhänge und hilft Usern beim Einordnen und Bewerten von Information.
- Er bringt Meinung geordnet zum Ausdruck.
- Gegenargumente werden benannt und diskutiert. Zum Schluss folgt ein persönliches Fazit.
- Die Gesamtaussage ist pointiert. Man kann über sie streiten. Sie lädt zur Auseinandersetzung und Stellungnahme ein.
- Kommentatoren müssen die Sachlage gut kennen, um sachkundig argumentieren zu können.
Walther von La Roche unterscheidet drei Arten von Kommentaren:
- den Argumentationskommentar, in dem beide Seiten zu Wort kommen,
- den Geradeaus-Kommentar, der nur den Blickwinkel des Kommentators beinhaltet,
- den Einerseits-andererseits-Kommentar. Der bietet sich besonders dann an, wenn eine Entwicklung noch nicht absehbar und ihr Ausgang ungewiss ist. Der Kommentator hält sich mit einer persönlichen Festlegung zurück.
Kommentare kann man zu jedem Thema schreiben, nicht nur im Bereich Politik. Man muss nicht unbedingt die Meinung einer der beteiligten streitenden Parteien vertreten. Ein weiterer Standpunkt, an den bis jetzt vielleicht noch niemand gedacht hat, ist unter Umständen erhellender.
Dies ist der politische Hauptkommentar des Tages. Er widmet sich einem aktuellen Thema. Es wird in derselben Ausgabe auch in Berichten und Nachrichten dargestellt.
Jedes Ressort, auch Wirtschaft, Sport und Feuilleton, kann einen „Leitartikel“ haben. Im Lokalteil heißt er „Lokalspitze“.
Im Netz finden sich meistens Buchkritiken, oft auch Filmkritiken.
Eine professionell geschriebene Kritik weist folgende Merkmale auf:
- Ein lebendiger Einstieg als Überschrift, Teaser und Lead macht neugierig auf die Gesamtanalyse. Er bringt einen wichtigen Aspekt zur Sprache, vielleicht auch einen zusammenfassenden Gedanken.
- Lobhudelei oder Verriss? Eine gute Kritik leistet mehr als das. Sie stellt Stärken und Schwächen heraus, begründet die Einschätzung, stellt Bezüge her. Und das möglichst knapp und präzise. Der User erwartet eine Entscheidungshilfe: Soll ich das Buch kaufen? Ist diese Veranstaltung für Kinder das Richtige?
- Der Kritiker muss informiert sein: über das Buch selbst und seine Hintergründe. Was hat der Autor sonst noch geschrieben? Mit welchen Themen befasst er sich? Welche Rolle spielt er im Literaturbetrieb?
- Machen Sie sich mit dem Thema des Buches vertraut. Nur so können Sie einschätzen, ob der Text die Fakten richtig vermittelt und Neues bietet.
Eine Glosse eignet sich gut für Web: Sie ist kurz, pointiert und amüsant.
- Eine inhaltliche und eine sprachliche Grundidee müssen zusammenfließen.
- Der Autor muss bestimmte Stilmittel und Sprachschablonen beherrschen und sicher durchhalten: Metaphern, Vergleiche, Ironie
Das Wort bedeutet im Wortlaut „Druckspalte“.
Chefredakteure oder feste Mitarbeiter kommentieren oder glossieren regelmäßig einen Missstand, ein Diskussionsthema oder irgendeine Kuriosität. Meist auf unterhaltsame Weise.
Essays behandeln ein Thema erschöpfend und geistreich, nehmen Stellung zu großen Zeitfragen. Sie stellen ein Bindeglied dar zwischen journalistischen und literarischen Formen. Das stellt höchste Ansprüche. Gute Essays sind selten.
Im Netz dürfen nicht nur Profis ihre Meinung verbreiten. Jeder User findet im Chat oder im Meinungsforum Möglichkeiten, sich zu äußern - oft direkt im Anschluss an den Artikel eines Journalisten. Viele Internet-Buchversandhändler , wie zum Beispiel amazon.de, bieten den Usern die Möglichkeit, online eine Kritik abzugeben.
Journalisten schreiben den Einstiegsbeitrag für das Diskussionsforum. Der beeinhaltet noch keine eigene Meinungsäußerung, sondern informiert über den strittigen Sachverhalt.
Die Teilnehmer an der Diskussion können nicht nur auf den Artikel oder den Einstiegsbeitrag Bezug nehmen, sondern auch auf andere Teilnehmer: durch „Quoten“. Man zitiert eine Stelle aus dem Beitrag des Vorgängers und gibt seinen Kommentar dazu ab.
Mehr dazu bei den Newsgroups
- Lassen Sie bereits im Teaser Meinung erkennen.
- Bringen Sie Ihre persönliche Aussage auf den Punkt.
- Machen Sie Ihre persönlichen Bewertungskriterien transparent.
- Setzen Sie weiterführende Links ein: beispielsweise zu Hintergrundinformationen, zum Diskussionsforum und zum Chat.
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