„Online- Journalismus ist der Teilbereich des Journalismus, dessen journalistische Inhalte ‚online' publiziert werden.“ (Thorsten Quandt)
„Der Hauptunterschied von Online- zu allen klassischen Massenmedien liegt in der Aktivität der User. Per Tastatur und Maus navigieren sie selbsttätig durch Hypermedia. Vor allem aber kommunizieren sie miteinander. “ (Gabriele Hooffacker)
Der Online-Journalismus hat sich fest im Alltag etabliert. Dabei sind die ihm eigenen Charakteristika, seine Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen klassischen Medien, klar umrissen:
Anders als in Hörfunk, Fernsehen oder Presse können unter dem Oberbegriff „online“ verschiedene Arten von Daten übermittelt werden. Über das Internet können sowohl Texte, Fotos und Grafiken, als auch Videos, Animationen und Audiodateien übertragen werden.
Hyperlinks (Verknüpfungen im Text) erlauben es Online-Autoren, sich von der linearen Reihenfolge von Text, Audio oder Video zu lösen. Sie schaffen multimediale Welten, durch die die User selbstbestimmt navigieren können (Hypermedia). Im Idealfall bekommt der User einen guten Überblick über sein Themengebiet, im schlimmsten Fall verliert er den "roten Faden". Aufgabe der Online-Journalisten ist es, den Webauftritt so zu gestalten, dass der User an jeder Stelle die Orientierung behält.
Im Web kommuniziert der User über seinen Nutzerrechner (Client) mit dem Anbieterrechner (Server). Er wählt Teile aus dem gesamten Angebot aus, startet Abfragen, navigiert aktiv durch das hypermediale Web-Angebot.
User (Nutzer) können sofort und direkt zum Autor oder zu anderen Usern Kontakt aufnehmen und sich zu ihnen in Beziehung setzen (bewerten, kommentieren, selbst publizieren). Das ist so weder Fernsehzuschauern noch Zeitungslesern möglich.
Ein Online-Auftritt hat globale Reichweite. Bei aktuellen Ereignissen oder Richtigstellungen kann dies von entscheidender Bedeutung sein und andere Medien entlasten. Andererseits ist vielen Usern nicht klar, dass die Veröffentlichung eines Textes, Fotos oder Videos, einmal online, nicht mehr vollständig rückgängig gemacht werden kann.
Ereignisse können über das Internet in Echtzeit, also nahezu ohne Zeitverzögerung, übermittelt werden. Online-Magazine verfügen über eigene Redaktionen, die das Muttermedium ergänzen. In den partizipativen Formaten online tauschen User mediale Produkte aus. Unternehmen übertragen Aktionärsversammlungen oder Pressekonferenzen live per Videostream.
Kommunikationswissenschaftler bezeichnen das Internet als „entgrenzten Berichterstattungsraum“. Dies bedeutet, dass sich im World Wide Web theoretisch unbegrenzt viele Dokumente unterbringen lassen. Im Gegensatz zu Print, Hörfunk und TV herrscht kein Platzmangel.
Online-Journalismus. Quandt, Thorsten; in: Handbuch Journalismus und Medien. Weischenberg, Siegfried; Kleinsteuber, Hans J.; Pörksen, Bernhard. Konstanz 2005 (Zitat S. 337)
Online-Journalismus. Schreiben und Gestalten für das Internet. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. Hooffacker, Gabriele. München 2004 (Zitat S. 26)
Texten fürs Web. Grundlagen und Praxiswissen für Online- Redakteure. Heijnk, Stefan. Heidelberg 2002
Handbuch Journalismus und Medien. Weischenberg, Siegfried; Kleinsteuber, Hans J.; Pörksen, Bernhard. Konstanz 2005