Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, dürfte eigentlich nichts Neues mehr sein. Dennoch verführt das Medium Internet besonders stark dazu, das gelegentlich zu vergessen: Man sitzt, vermeintlich geschützt, vor dem Rechner am Arbeitsplatz oder zu Hause. Ein paar Tastendrücke oder Mausklicks genügen – schon hat man eine Urheberrechtsverletzung begangen.
Eine schnell dahingeschriebene Beleidigung in einem Forum: Durch einen Klick ist sie sichtbar und beweisbar. Auch dabei muss man nur scheinbar nicht die Reaktion fürchten. Man fühlt sich anonym, weit entfernt von der Wirklichkeit, in der man sogar die Möglichkeit einer physischen "Antwort" des Beleidigten in Betracht ziehen würde.
Dazu gibt es vor allem eins zu sagen: Das Recht wird immer so allgemeingültig wie möglich formuliert. Es stellt nicht darauf ab, welche Form der übertragung gewählt wurde. Als das Telefon erfunden wurde, blieb eine Ehrverletzung durch das Telefon immer noch eine Ehrverletzung.
Ein Betrug im Internet ist deswegen ein Betrug, weil es eben nicht darauf ankommt, durch welches Medium ich den anderen getäuscht habe, sondern dass ich ihn eben getäuscht habe.
Daher bleibt das Fazit zum Nachdenken: Niemand ist wirklich anonym im Netz. Alle Gesetze gelten auch hier. Nur das Begehen einer Straftat, eines Delikts oder sonstigen Rechtsverletzung ist jetzt noch mehr als je zuvor vom Sessel aus möglich – ein falscher Klick genügt.