Grundsätzlich unterscheidet man bei Audioformaten (audio codecs): unkomprimierte und komprimierte, lizenzpflichtige (proprtietäre) und lizenzfreie (offene Standards, open Source). Nur die komprimierten eignen sich für die Übertragung aufgezeichneter Töne und Geräusche, wenn deren Abspielzeit wenige Sekunden übersteigt.
Um ein Daten- oder Dateiformat zu erzeugen und wieder abzuspielen, ist ein Codec nötig. Das Kunstwort Codec, zusammengefügt aus Coder und Decoder, bezeichnet hier einen Satz von Vorschriften, die festlegen wie ein Schallereignis zu digitalisieren und gegebenenfalls weiterzuverarbeiten ist. Es handelt sich also um Software. Das unkomprimierte Standardformat unter Windows heißt WAV (auch „wave“), das der Apple-Betriebssysteme AIFF (Audio Interchange File Format).
MP3 ist das vermutlich bekannteste Dateiformat zur verlustbehafteten Audiodatenkompression. Wie im Foto- und Video-Bereich versuchten die Entwickler, nur solche Daten auszublenden, deren Wegfall beim Sehen oder Hören nicht auffällt.
Entwickelt wurde das Format MP3 ab 1982 am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen sowie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Zusammenarbeit mit AT&T Bell Labs und Thomson. Die Fraunhofer-Gesellschaft und andere Firmen besitzen Softwarepatente auf Teilverfahren, die für MPEG-Codierung eingesetzt werden. Ein alles umfassendes MP3-Patent gibt es nicht.
MP3 ist der Vorgänger der qualitativ und funktionell überlegenen Formate AAC (lizenzpflichtig) und Vorbis (frei).
AAC ist ein von der Motion Picture Experts Group (MPEG) entwickeltes Audiodatenkompressionsverfahren. Bei der Entwicklung des Codecs wurde das MP3- Kodierungsverfahren verbessert und ergänzt.
Das AAC-Format, das den offiziellen Segen der International Standards Organization (ISO) hat, konkurriert mit anderen proprietären Formaten wie MP3, Windows Media Audio (WMA) und dem freien Codec Vorbis. Nicht zuletzt wird AAC gern im Online-Musikgeschäft verwendet, weil es bei gleicher Tonqualität höhere Kompressionsraten als MP3 erlaubt.
Vorbis erschien im Juli 2002 in der Version 1.0. Auch dieses Format stellt im Vergleich mit MP3 eine Weiterentwicklung dar, baut aber nicht darauf auf. Denn ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass für den MP3-Codec Lizenzen erworben werden müssen, während Vorbis vollständig frei genutzt werden darf..
Technisch gesehen komprimiert Vorbis effizienter als MP3. Selbst bei sehr starker Komprimierung ist das Format noch für Sprachaufnahmen tauglich. Darüber hinaus lässt die Spezifikation von Vorbis im Gegensatz zu der von MP3 beliebige Bitraten bei Aufzeichnung und Wiedergabe zu.
Allerdings ist das Vorbis-Format weniger weit verbreitet als MP3. Deutlich weniger portable Abspielgeräte können Vorbis wiedergeben.
Weitere Informationen finden Sie unter anderen bei: http://de.wikipedia.org/ in verschiedenen Artikeln zum Thema Audio.