Talkshows

(Amelie Fried/Axel Buchholz)

Formen von Talkshows, Vorbereitung, Gäste-Auswahl und Moderation stellen Amelie Fried und Axel Buchholz ausführlich im Lehrbuch »Fernseh-Journalismus« dar. In »Online plus« listen sie die bekanntesten Talkshows auf und bringen Ergänzungen zur Moderation.

Die bekanntesten Talkshows sind:

  • »3 nach 9«, Radio Bremen/NDR, Unterhaltung, Moderation: Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo; Gäste aus Kunst, Kultur, Sport, Politik sowie Personen des Zeitgeschehens oder Menschen mit ungewöhnlichen/interessanten Berufen und Lebensläufen, Freitag 22 Uhr, seit 1974.
  • »Anne Will«, ARD, Polit-Talk, Moderation: Anne Will, Gäste aus Politik, Medien und Kultur, Sonntag 21:45 Uhr, seit 2007.
  • »Beckmann«, ARD, Unterhaltung/Zeitgeschehen, Moderation: Reinhold Beckmann; Gäste aus Kunst, Kultur, Sport, Politik sowie Personen des Zeitgeschehens oder Menschen mit ungewöhnlichen/interessanten Berufen und Lebensläufen, Montag 22:45 Uhr, seit 1999.
  • »Die Oliver Pocher Show«, SAT.1, Unterhaltung, Moderation: Oliver Pocher; Gäste aus dem populären Kulturbetrieb, Freitag 22.15 Uhr, seit 2010.
  • »Harald Schmidt«, ARD, Unterhaltung, Moderation: Harald Schmidt, Gäste aus Kultur, Medien, Sport und Politik, Donnerstag 22:45 Uhr. Vorläufer: »Harald Schmidt Show«, SAT.1,1995-2003; »Harald Schmidt«, ARD, 2003-2007; »Schmidt & Pocher«, ARD, 2007-2009; ab Herbst 2011 SAT.1.
  • »Hart aber fair«, ARD, Polit-Talk, Moderation: Frank Plasberg; Gäste aus Politik, Kultur, Sport, sowie Personen des Zeitgeschehens, Mittwoch 21:45 Uhr, seit 2001.
  • »Kerner«, SAT.1, Unterhaltung, Moderation: Johannes Baptist Kerner; Gäste aus Kunst, Kultur, Sport, Politik sowie Personen des Zeitgeschehens oder Menschen mit ungewöhnlichen/interessanten Berufen und Lebensläufen, Donnerstag ab 22.15 Uhr. Vorläufer: »Johannes B. Kerner«, ZDF, 1998-2009.
  • »Markus Lanz«, ZDF, Unterhaltung, Moderation: Markus Lanz, Gäste aus Kunst, Kultur, Sport und Politik, sowie Personen des Zeitgeschehens oder Menschen mit ungewöhnlichen/interessanten Berufen und Lebensläufen, Dienstag bis Donnerstag zwischen 23 Uhr und 0:20 Uhr, seit 2009.
  • »Maybritt Illner«, ZDF, Polit-Talk, Moderation: Maybritt Illner; Gäste aus Politik, Medien und Kultur, Donnerstag 22:15 Uhr, seit 2007. Vorläufer: »Berlin Mitte«, ZDF, 1999-2007.
  • »Menschen bei Maischberger«, Unterhaltung/Zeitgeschehen, ARD, Moderation: Sandra Maischberger; Gäste aus Kunst, Kultur, Sport und Politik, sowie Personen des Zeitgeschehens oder Menschen mit ungewöhnlichen/interessanten Berufen und Lebensläufen, Dienstag 22:45 Uhr, seit 2003.
  • »NDR-Talkshow«, NDR, Unterhaltung, Moderation:  Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt; Gäste aus Kunst, Kultur, Sport, Politik sowie Personen des Zeitgeschehens oder Menschen mit ungewöhnlichen/interessanten Berufen und Lebensläufen, Freitag 22 Uhr, seit 1979.
  • »Talk im Turm«, SAT.1, Polit-Talk, Moderation (voraussichtlich): Claus Strunz und Hajo Schumacher, Gäste aus Politik, Medien und Kultur, ab 2011. Vorläufer: »Talk im Turm«, SAT.1, 1990-1999.

Gründlich vorbereitete Moderatoren sind – neben einer geglückten Gästemischung–  das A und O einer Talk-Sendung.

Gründliche Vorbereitung heißt:

  • Lektüre aller wichtigen Presseberichte über die Gäste.
  • Lektüre möglichst aller ihrer Veröffentlichungen; zumindest aber der neuesten.

Entsprechend: Kenntnis von Filmen, CDs oder anderen Werken.

  • Einarbeitung in die Themenbereiche, die die Gäste transportieren.
  • Anschauen früherer Sendungen, in denen die Gäste zu Wort kamen.
  • Gespräche mit Leuten, die die Gäste persönlich kennen. Hierzu gehört auch das Gespräch mit dem Redakteur, der die Gäste »vorgecheckt« hat.

Trotz guter Vorbereitung gibt es immer wieder mal Eklats. Legendär wurde der spektakuläre Auftritt von Rocksängerin Nina Hagen im »Club2« (ORF) oder auch die feucht-fröhliche Begegnung zwischen dem »alternativen« Fritz Teufel und dem SPD-Forschungs- und Finanzminister im Kabinett von Bundeskanzler Schmidt, Hans Matthöfer, in »3 nach 9«: Man bespritzte sich gegenseitig mit Wein bzw. Zaubertinte. Auch der Auftritt des angriffslustigen Schauspielers Klaus Kinski sorgte in der NDR-Talkshow 1984 für einige Schlagzeilen.

Bei den Fernsehmachern hält sich die Begeisterung für solche Ereignisse in Grenzen: Was den Zuschauer entzückt, nämlich die Möglichkeit technischer oder inhaltlicher Pannen, treibt dem durchschnittlichen Fernsehredakteur den Schweiß auf die Stirn.

Quelle: Fernseh-Journalismus, 8. Auflage („Online plus“)
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