Bildgestaltung

(Carl Marciniak/Axel Buchholz)

Übung Übung Motiv/
Bildgestaltung
Übungszweck Notizen
1. Ein Objekt allein abbilden Ein Baum im Park bildfüllend verschiedene Einstellungsgrößen und Bildausschnitte ausprobieren, hier: halbnah
2. Details eines Objekts zeigen Ein kleiner Ast bildfüllend wie 1., hier: Totale
3. Ein Objekt in seiner Umgebung zeigen Ein Baum in einer Parklandschaft wie 1., hier: Totale
4. Ein Objekt aus unterschiedlichen Perspektiven aufnehmen Kind auf einer Parkbank, von oben, aus Augenhöhe und von unten Die unterschiedlichen Wirkungen unterschiedlicher Perspektiven kennenlernen
5. »Schuss« und »Gegenschuss« ohne und mit »Achsensprung« Kind auf einer Parkbank, erst von vorn, dann von hinten, Parkbank fast bildfüllend Die Grenzen erfahren, die einem Standortwechsel der Kamera bei Schuss und Gegenschuss gesetzt sind, wenn man den Bildgestaltungsfehler Achsensprung vermeiden will
6. Die Schärfentiefe ausprobieren 1. Schild im Schatten, 2. Mit derselben Brennweite aus derselben Entfernung Schild im Licht Erkennen, dass das Ausmaß, in dem ein Bild in der Tiefe scharf ist, von der Blendenöffnung abhängig ist. Dass die Schärfentiefe auch von der Brennweite abhängt, merken Sie, wenn Sie Variante eins einmal mit Tele und dann mit Weitwinkel drehen
7. Ein Objekt aufnehmen, das sich bewegt Spaziergänger im Park, mit festem Kamerastandpunkt aufnehmen Die unterschiedlichen Möglichkeiten, wie als Gestaltungselement Bewegung ins Bild gebracht werden kann, hier: innere Bewegung
8. Schwenken Motiv/Bildgestaltung Parklandschaft Herausfinden, wie man mit der Kamerabewegung Schwenk optisch orientiert oder zwei Einstellungen miteinander verbindet
9. Schwenken mit unterschiedlichen Brennweiten und der jeweils entsprechenden Geschwindigkeit Parklandschaft Erkennen, dass die Schwenkgeschwindigkeit u.a. von der Brennweite abhängt
10. Mitschwenken Einen Spaziergänger im Park mit einem Schwenk »verfolgen« Erproben, wie ein Motiv die Schwenkgeschwindigkeit bestimmt
11. Reißschwenk Eltern auf der Parkbank und spielende Kinder in der Nähe Ausprobieren, wie schwer es ist, eine feste Anfangs- mit einer festen Endeinstellung durch eine blitzschnellen Schwenk zu verbinden
12. Kameraquerfahrt Parkrand, aufgenommen aus dem Seitenfenster eines auf der Straße am Parkrand vorbeifahrenden Autos Feststellen, wie es wirkt, wenn Perspektive und Bildausschnitt gleich bleiben, der Bildinhalt sich aber gleitend verändert
13.
Kameraquerfahrt als Begleitfahrt
Einen Spaziergänger am Parkrand durch das Seitenfenster eines nebenher fahrenden Autos begleiten Feststellen, wie es wirkt, wenn bei unveränderter Perspektive und unverändertem Bildausschnitt ein Bildinhalt bleibt (Spaziergänger), der übrige Bildinhalt sich gleitend verändert (Hintergrund)
14. Kameralängsfahrt als Zufahrt Person am Parkrand, auf die sich die Kamera zubewegt, gedreht durch die Frontscheibe des auf die Person zufahrenden Autos Die Wirkung einer sich auf das Motiv zubewegenden Kamera erproben
15. Kameralängsfahrt als Rückfahrt Person am Parkrand, von der sich die Kamera wegbewegt, gedreht durch die Rückscheibe eines von der Person wegfahrenden Autos Die umgekehrte Wirkung von Übung 14 erzielen
16. Zoomfahrt zufahren Schild/Skulptur im Park, erst in der Totale, dann groß Erkennen, dass anders als bei der Längs(zu)fahrt die Perspektive nahezu unverändert bleibt
17. Zoomfahrt aufziehen Schild/Skulptur im Park, erst groß, dann in der Totale Wie Übung 16
18. Kombination von Kamerarückfahrt und Zooming (aufziehen) Wie Übung 15, gleichzeitig aber von langer auf kurze Brennweite zoomen Erkennen der verstärkenden Wirkung von Kamerafahrt und Zooming
19. Kombination von Kamerarückfahrt und Zooming (zufahren) Wie Übung 18, die Zoomfahrt allerdings von kurzer zu langer Brennweite Erkennen der gegenläufigen Wirkung von Kamera- und Zoomfahrt
20. Subjektive Kamera Die Kamera begibt sich in die Rolle eines Spaziergängers, der seinen Autoschlüssel links und rechts vom Parkweg sucht Feststellen wie es wirkt, wenn der Zuschauer die Bilder wie der Handelnde sieht

Diesen Übungsplan bitte kopieren und mit zum Dreh nehmen. Unter »Notizen«
können Sie z. B. eintragen, wo Sie die jeweilige Übung in der Aufzeichnung
wiederfinden, außerdem auch die Zahl der Wiederholungen.

Drehplan. Die Reihenfolge der Übungsaufgaben orientiert sich am vorangegangenen
Kapitel, ist also didaktisch aufgebaut. Beim Dreh empfiehlt sich aus
arbeitsökonomischen Gründen eine andere Reihenfolge. Machen Sie sich einen
Drehplan, indem Sie die Übungsaufgaben entsprechend der Reihenfolge
umnummerieren, in der Sie drehen wollen – also etwa alle Einstellungen aus dem
Auto hintereinander.

Quelle: Fernseh-Journalismus, 8. Auflage (»Online plus«)
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