Fachausdrücke

(Carl Marcianiak)

Fachausdrücke im Fernsehen sind – wie in anderen Berufen – häufig Jargon, eine Umgangssprache unter »Insidern« oder stammen aus der Technik. Der Fernsehjournalist muss wissen, »was Sache ist« und diese auch beim Namen nennen können. Die folgende Sammlung von gebräuchlichen Ausdrücken soll dabei helfen. Sie erhebt nicht den Anspruch, vollständig zu sein. Weitere Fachausdrücke (und manchmal hier aufgeführte vertieft) sind in den einschlägigen Beiträgen erklärt. Über das Register findet man dorthin.

Abblende Weicher Schluss einer Einstellung; im Gegensatz zum harten Schnitt. Das Bild versinkt langsam ins schwarz. Der Ton endet in Ruhe. Z.B. am Ende eines Beitrags oder einer Sendung, =>Aufblende.
Abdikativ Ende einer Sendung. Bildliches und akustisches Kennzeichen einer Produktion, enthält u.a. den Abspann, =>Indikativ.
abfahren Starten von Ton- und Bildaufzeichnungsgeräten.
Abklammermaterial oder Klammermaterial. Nicht selbst gedrehtes Material, das von anderen Sendungen, Sendern, Firmen oder Institutionen übernommen/gekauft wird.
Ablauf Fahrplan einer Sendung. Ihre verschiedenen Bestandteile (Moderation, MAZ-Beiträge, Gespräch, Inserts) sind genau aufgeführt, ebenso die jeweiligen Zeiten. Die letzten Worte der Filme und Moderationen sind vermerkt, um das Starten des nächsten Programmteils ohne Pannen zu ermöglichen.
Abmod Abmoderation des Fernsehbeitrags im Studio.
Abspann Ähnlich wie ein => Vorspann hergestelltes Ende der Sendung. Auflistung der beteiligten Personen.
Abtastung Elektronisches »Ablesen« von Filmen, Dias, Fotos oder digitalen Dateien zur Aufzeichnung auf ein Speichermedium oder zur direkten Ausstrahlung.
Achsensprung Bildgestaltungsfehler; entsteht, wenn die Kamera eine Position einnimmt, die auf der anderen (falschen) Seite der Handlungsachse liegt. Auch Achssprung genannt.
Altarbild Durch den => DVE erzeugter Trick, in dem nebeneinander mehrere Bilder zu sehen sind. Oft im => Schaltgespräch genutzt.
angeln Mikrofon angeln, Halten des Mikrofons an einer in der Länge veränderbaren Stange (darf nicht im Bild sichtbar werden).
Anstecker Ansteckmikrofon.
Assemble-Schnitt Beim elektronischen Schnitt wird damit unmittelbar an eine Einstellung die nächste gewünschte Einstellung durch Kopieren, von Bild und Ton gleichzeitig angefügt, => Schneiden, => Insert-Schnitt.
Assi Kürzel für (Kamera-)Assistent.
Aynchron Ton und Bild laufen zeitversetzt.
Atmo Atmosphäre, allgemeine Hintergrundgeräusche an einem Ort.
Außenübertragung, Produktion einer Sendung vor Ort mit einem Übertragungswagen, => Ü-Wagen.
Aufblende Weicher Übergang im Bild. Aus dem Schwarz wird das Bild langsam hell. Beim Ton: Aus der Ruhe beginnt das Geräusch oder die Sprache, => Abblende.
Aufnahmeleitung organisatorischen Vorbereitung und Durchführung einer Produktion im Studio oder vor Ort.
Aufsager Reporter ist in seinem Beitrag im Bild.
Ausspielen Überspielen des fertig geschnittenen Beitrags, z.B. von den Festplatten eines nonlinearen Schnittsystems auf ein MAZ-Band.
Autocue => Teleprompter.
AVID Herstellerfirma.
Bauchbinde Am unteren Bildrand eingeblendeter Name einer dargestellten Person, auch zusätzliche Angaben.
Betacam Magnetisches Aufzeichnungsformat auf Kassetten (½ Zoll) im analogen Format.
Betacam SP Weiterentwicklung des Betacam-Formats und hat dieses abgelöst, am weitesten verbreitetes analoges Fernsehformat weltweit.
Betacam SX Digitales Aufzeichnungsformat mit Datenreduktion auf Kassetten.
Bildformat Das Verhältnis von Breite zu Höhe des Bildes. Das übliche Bildformat fürs Fernsehen beträgt 4:3, hochauflösendes High DefinitionTV und HDCAM haben ein 16:9 Bildformat.
Bildmischung Die von verschiedenen Bildquellen zugeführten Bilder (z.B. Kameras, => MAZ, => Bildspeicher, => Schriftgenerator, => Filmgeber) werden zu einem Gesamtbild aneinandergefügt und/oder miteinander kombiniert und/oder mit dem => DVE weiter bearbeitet.
Bildspeicher Gerät, mit dem die elektronischen Bildsignale aus einem Filmbeitrag, einer Paintbox oder von der Kamera direkt auf eine Festplatte gespeichert werden.
Blue Box-Verfahren Elektronischer Trick, der ein Vordergrund- und ein Hintergrund-Bild zu einem neuen Gesamtbild kombiniert. Richtige Bezeichnung: => Chroma-Key.
Camcorder Integrierte Kamera-Recorder-Einheit.
Casting Auswahl von Personen für eine Film- oder Fernsehproduktion, meistens mit Probeaufnahmen.
Chroma-Key => Blue-Box-Verfahren.
Close-up Engl. Bezeichnung für Groß-Einstellung.
Computer-Animation Einzelne ausschließlich mit dem Computer (=> Computergrafik) erzeugte Bilder oder Grafiken werden ebenfalls mit dem Computer »belebt«.
Computergrafik Allein mit dem Computer erstellte Grafiken oder Bilder, die ohne Verwendung einer Kamera direkt zugemischt oder live ausgestrahlt werden.
Cue Markierungssignal, z.B. beim elektronischen Schnitt zum Wiederfinden der vorgesehenen Schnittstelle, => Schneiden.
cutten => Schneiden, daher die Berufsbezeichnung: Cutter, Cutterin.
DAT Hochwertige digitale Tonaufzeichnungsmethode.
Digi-Beta Digital-Betacam, digitales Aufzeichnungsformat auf Kassetten.
Digitaler Schnitt => Nonlinearer Schnitt
Dispo Disposition; Stelle, bei der Teams und Studios bestellt werden.
DNG Digital News Gathering – ähnlich wie => ENG eine Bezeichnung für => EB im digitalen Format.
Dolly Kamerawagen mit Hochsitz; fährt auf Schienen oder auf glattem Boden (beweglich und höhenverstellbar).
Drahtlos Mikrofonsignale werden nicht übers Kabel, sondern über Funkwellen übertragen.
Dreh Jargon für Dreharbeiten
Drehplan Ablaufplan für die Dreharbeiten. Enthält alle wichtigen Angaben über Zeiten, Aufnahmeorte, Motive, Dekoteile und Personen.
Drehteller Ein von einem Elektromotor gleichmäßig angetriebener Teller, auf dem Gegenstände (in der Drehbewegung) vor der Kamera vorbeitransportiert werden.
Drehverhältnis Länge des fertigen Filmbeitrages im Verhältnis zu der Länge des gedrehten Rohmaterials, war wichtig beim Dreh mit Film.
Drop out Kleine Bild- und/oder Tonstörung, verursacht durch Fehler im Magnetband.
Dub Kopie eines fertig geschnittenen Filmbeitrags (=> Masterbands); verwendet wird auch die Bezeichnung Dup oder Doub.
Durchlaufprobe Durchgehende Probe aller Teile einer Sendung in der richtigen Reihenfolge und möglichst ohne Unterbrechungen.
DV Digital Video, digitales Video(kamera)format, ursprünglich im Amateurbereich, geeignet aber auch für Video-Journalisten => VJ.
DVB-T Digital Video Broadcasting Terrestrial; Ausstrahlung digitaler Fernsehsignale über Sender auf der Erde; stationär oder mobil zu empfangen; auch Überallfernsehen genannt. Der Zuschauer benötigt zum Empfang eine Set Top Box.
DVCAM Digitales Fernsehformat mit starker Datenreduktion. Aufzeichnungsmöglichkeit auf kleinen DVCAM-Kassetten oder auf => Optical Disc.
DVC Pro Digitales Fernsehformat mit Datenreduktion 5:1; Aufzeichnung auf kleinen ¼-Zoll Kassetten.
DVE Digitales Video-Effektgerät; kann ähnlich wie ein Bildmischer fertige Aufnahmen und Bildsignale kombinieren. Erlaubt, Bilder zu verkleinern, zu vergrößern und Ausschnitte zu bearbeiten. Typische DVE-Effekte: umblättern, wegfliegen lassen, umdrehen usw. Das bekannteste DVE-Gerät heißt ADO.
EB Elektronische Berichterstattung (Aktuelles); auch Bezeichnung für elektronisches Kamera-Equipment.
EFP Abkürzung für Electronic Field Production; elektronische Aufzeichnung vor Ort, oft mit kleinem Reportagewagen, auf Deutsch: Elektronische Außenproduktion (EAP).
einblenden => Inserts werden einem Bild elektronisch hinzugefügt.
einleuchten Setzen des Lichts vor einer Sendung.
Einspielung In eine laufende Sendung wird ein Beitrag über Bildleitung übermittelt = eingespielt.
Einstellung Einzelne, nicht unterbrochene Aufnahme, engl. Shot (die Kamera schießt ein Bild). Ein Grundbaustein der Filmsprache.
Einstellungsgröße Festformulierte Größe des Bildausschnitts. Es gibt: Supertotale, Totale, Halbtotale, Halbnah, Nah, Groß, Ganzgroß und Detail.
E-Kamera Elektronische Kamera; meist nicht tragbare Kamera im Verbundsystem bei Studio- und Ü-Wagen-Produktionen.
ENG Abkürzung für Electronic News Gathering, engl. Bezeichnung für => EB.
ESS Elektronischer Standbildspeicher – Gerät zur Speicherung von Einzelbildern, die von verschiedenen Bildquellen stammen=> Bildspeicher.
Farbbalken Elektronisches Testbild, das zu Beginn jeder Magnetaufzeichnung (am Anfang jeder Kassette) oder zum Pegeln von Videoleitungen aufgenommen wird. Im Bild farbige senkrechte Steifen (Balken).
Farbkorrektur Bearbeitung der Rohaufnahmen zur farblichen Anpassung von einzelnen Einstellungen und Szenen des MAZ-Materials.
Fernsehnormen Verfahren zur Codierung der Farbinformationen im Fernsehsignal. Weltweit sind drei verschiedene Fernsehnormen im Einsatz: PAL (Europa ohne Frankreich), SECAM (Frankreich und Ost-Europa) und NTSC (Nordamerika, Israel, Asien).
Fernsehtext Immer üblicher werdende genormte Bezeichnung für => Videotext in Deutschland.
Fingerkamera Sehr kleine Fernsehkamera für besondere Aufnahmen; liefert nur eingeschränkte Bildqualität.
Frame Einzelbild einer magnetischen Bildaufzeichnung. Pro Sekunde werden 25 Einzelbilder = Frames aufgenommen. Der => Time Code unterteilt in: Stunden, Minuten, Sekunden und Frames.
Freeze Standbild; »eingefrorenes« Bild aus einer Einstellung.
Fundus Bestand eines Senders an Kostümen und Dekorationen.
Funkstrecke Drahtlose Ton- oder Bildübertragung.
Galgen Fahrbarer Mikrofon-Ständer (auch Mikrogalgen)
Gang Kameramann dreht im Gehen.
Gegenlesen Einen Text (vom Sprecher) am Schneidetisch »zum Bild lesen« (lassen), um die richtigen Einsätze festzulegen. Auch Lesen des Manuskriptes durch einen Kollegen oder Fachmann zur inhaltlichen und sprachlichen Überprüfung.
Generation Bezeichnung für Zahl der von Kopien gefertigten weiteren Kopien eines => MAZ- oder => EB-Bandes
gestorben Jargon für: Die Sendung ist fertig,»im Kasten«; auch das Ende der Dreharbeiten.
Handkamera Tragbare Kamera, vorwiegend im aktuellen Bereich eingesetzt, auch kabelverbunden im Studiobereich.
Headlight Lichtquelle direkt auf der Kamera montiert.
Heiße Probe Durchlaufprobe unter Beteiligung der gesamten Technik bei einer Produktion im => Verbundsystem.
HDCAM Hochauflösendes Fernsehformat, geeignet für Fernsehproduktionen, die auch im Kino gezeigt werden sollen.
HDTV Abkürzung für High-Definition-Television, d.h. hochauflösendes Fernsehen; Bildformat 16:9; erreicht eine mit Kino vergleichbare Bildqualität.
IMX Digitales Fernsehformat besonders für aktuelleBerichterstattung geeignet; Aufzeichnung auf IMX-Kasetten oder optischer Disc, => XDCAM.
Indikativ Bildliches und akustisches Kennzeichen einer Sendung; ähnlich dem => Abdikativ am Schluss.
Insert Schrifteinblendung; z.B. Untertitel, Programmvorschau, am häufigstem als => Bauchbinde für Name und Funktion der dargestellten Person.
Insert-Schnitt Schnitt-Methode, bei der in eine Bildfolge andere Bilder hineinkopiert werden; => Schneiden, => Assemble-Schnitt. IT-Band Kürzel für »Internationale Spur« (International Track), enthält O-Töne, Atmo und Musik, jedoch keine Sprachaufnahmen.
Jogging Bezeichnung für Bandtransport (Umspulen) zum Erreichen von Einzelbild-Schaltungen beim Sichten und im Schnitt.
Kabelfernsehen Verbreitung von Fernsehsignalen per Kabel, => Fernseh-Satellit, => terrestrisch.
Kalte Probe Probe im => Verbundsystem ohne Beteiligung der Technik.
Kamerabewegungen => Schwenk, => Kamerafahrt.
Kamerafahrt Die Kamera verändert den Standort während der Aufnahme.Der Kameramann bewegt sich mit der Kamera oder die Kamera ist fest auf einem sich bewegenden Objekt montiert, => Dolly, => Pumpenstativ.
Kamerakran Kameraaufhängung, die die Kamerabewegung in der dritten Dimension ermöglicht (z.B. überfliegen). Der Kameramann fährt auf einer Plattform mit oder die Kamera wird vom Boden aus ferngesteuert.
Kasch Blendenvorrichtung, vor dem Objektiv der Kamera angebracht, etwas ist im Kasch, d.h. etwas ist im Bild.
kein „Saft“ Kein Strom.
Klammermaterial => Abklammermaterial
Klappe Holztafel, die sich wie eine Schere öffnen und schließen lässt. Sie dient zur Bezeichnung von Aufnahmen, an deren Anfang (oder Ende = Schlussklappe); Gespräch III / 2, heißt: die dritte Einstellung vom Gespräch, das zweite Mal aufgenommen.
Kompression verringert die Datenmenge bei der Aufzeichnung.
Konserve Jargon für MAZ-Aufzeichnung im Gegensatz zur Live-Sendung.
Kunstlichtlampe Elektrische Lichtquelle, wird in Innenräumen mit wenig Tageslicht und in Studios eingesetzt.
Lichtdouble Person, die während des Einleuchtens die Position des Moderators oder Reporters einnimmt.
Lichtsetzender auch erster Kameramann; ist für die Lichtgestaltung verantwortlich.
Lichtwagen Fahrzeug mit mehreren Beleuchtungsgeräten (Lampen, Lichtstativen, etc.) und Fachpersonal (Beleuchtern).
Linearer Schnitt Bilder werden in endgültiger Reihenfolge aneinandergefügt, nachträgliche Kürzungen sind nur schwer möglich, => nonlinearer Schnitt.
Magnetband Speichermedium für Bild- und Tonsignale, bestehend aus einem Trägermaterial und einer magnetisierbaren Schicht, => Tape.
Masterband Band, auf das beim elektronischen Schnitt aufgezeichnet wird; auch Band (Kassette oder optische Disk) mit dem fertigen Beitrag.
MAZ ein auf Magnetband aufgezeichneter Beitrag; auch Jargon für Beitrag allgemein, Bezeichnung für MAZ-Bänder oder MAZ-Maschine; mazzen = aufzeichnen.
Mischung Vertonen des geschnittenen Beitrags mit O-Ton, Atmo, gesprochenem Text und Musik, => Synchronisation.
Mix/Effects Trickvorrichtung auf dem Bildmischer.
Monitor Kontroll- oder Arbeits-Bildschirm bei Fernsehproduktionen.
Montage Folge von sehr kurzen Schnitten.
Mühle Jargon für Kamera.
M II Magnetisches Aufzeichnungsformat auf Kassette, ähnlich wie Betacam SP.
Neger Jargon für große, schwarze Flächen, die Lichtverhältnisse verändern. Auch Texthilfen für Sprecher/Darsteller: Riesenbuchstaben auf großer dunkler Tafel nahe der Kamera als Sprech-Hilfe.
NiF Jargon für Nachrichtenfilm (Nachricht im Film).
Nonlinearer digitaler Schnitt; erlaubt jederzeit Änderungen und Kürzungen, da nicht Bilder hintereinander geschnitten werden, sondern nur der »Plan« dafür erstellt wird; direkter Zugriff auf jede Einstellung unmittelbar möglich, => linearer Schnitt.
Nullsendung => Pilotsendung
n – 1 (n minus eins),Tonleitung für den Moderator, über die er die Sendung hört ohne sich selbst störend mit Zeitverzögerung noch einmal zu hören.
Off Sprecher ist nicht im Bild.
On Sprecher ist im Bild zu sehen.
Ohrwurm Kleiner Kopfhörer, über den Regieanweisungen oder => n – 1 Tonleitung gegeben werden.
Optical Disc Digitales Aufzeichnungsverfahren; Speicherung der Bild- und Ton-Signale mit einer optischen Methode => XDCAM Geräte.
O-Ton Originalton, bei den Dreharbeiten aufgenommenes Wort, oft ein Statement, auch Ausschnitte aus Reden und Pressekonferenzen, => Atmo.
Paint box Elektronischer »Malkasten«, Computer zur Erstellung von Grafiken und Bildern.
PAL In Deutschland entwickelte und gebräuchliche Technik zur Übertragung von Fernsehsignalen mit 625 Zeilen und 50 Halbbilder pro Sekunde, => Secam, => NTSC.
Pilotsendung Nullsendung; Probesendung für eine neue Sendeform.
Playback Musik und Gesang werden nicht original aufgenommen, sondern zugespielt. Der Sänger tut nur so, als singe er. Beim Halbplayback singt der Sänger, nur die Orchesterbegleitung wird zugespielt.
Post-Production Nachbearbeitung eines geschnittenen Beitrags (z.B. durch Synchronisation, Farbkorrektur, Inserts, Tricks).
Praktikabel Genormtes Podest; bringt Personen (Gegenstände) in eine bessere Position zur Kamera; wird genutzt auch für Scheinwerfer und Kameras.
review Vorschau; auf Preview-Monitoren liegen in der Senderegie für die => Bildmischung die Bilder der Kameras und anderer Bildquellen vor.
Professional Disc Speichermedium für digitale Fernsehsignale im optischen Verfahren, => IMX Fernsehformat, => Optical Disc, => XDCAM.
Pumpenstativ Höhenverstellbares und fahrbares Kamerastativ.
P2 Speicherkarte für bandloses Fernsehformat; während der Aufzeichnung Tausch der Speicherkarten möglich, => XDCAM.
Real Time Timecode nach Uhrzeit eingestellt.
Requisiteur Beschafft die Ausstattungsgegenstände.
Rough Cut Rohschnitt von Drehmaterial.
Rundfunk-Satelliten Relais-Stationen im Weltall, die mit einer Satelliten festen Position im Orbit »stehen«. Sie empfangen die von der Erde zu ihnen gesendeten Fernsehsignale und reflektieren sie auf eine große Zone der Erdoberfläche zurück; Empfang mit kleinen Parabolantennen, => terrestrisch, => Kabel.
Rüstwagen Gerätewagen für Außenübertragungen, => Ü-Wagen.
Schalte Jargon für Schaltgespräch, Bericht oder Interview über Leitung oder Satellit zwischen Studiomoderator und Partner vor Ort => Altarbild.
schießen Jargon für »mit der Kamera aufnehmen«; aus der Hand schießen = ohne Stativ arbeiten.
Schneiden Cutten; bei nonlinearem Schnitt Erstellen einer Schnittliste für das Abrufen von Bildern und Ton in der gewünschten Reihenfolge; beim linearen Schnitt Umkopieren einzelner Einstellungen von einem ursprünglichen Original-Band => Slave-Band auf das => Masterband.
Schriftgenerator Gerät zur elektronischen Erzeugung von Texten, die in ein Fernsehbild eingeblendet werden können, => Bauchbinde.
Schwenk Die Kamera bewegt sich an ihrem festen Standort horizontal oder vertikal; schwenkt das aufzunehmende Motiv ab oder mit ihm mit.
Secam In Frankreich entwickeltes und gebräuchliches Farbfernseh-Format => PAL.
Sequenz Zusammenhängende Folge von Einstellungen.
Server Zentraler Studiorechner zur Speicherung von Bild- und Ton-Daten, =>Verbundsystem.
Shot => Einstellung
Shotlist Auflistung der Einstellungen eines Drehs; auch TC-Liste (Time Code-Liste) genannt.
Shuttle Schneller Vor- und Rücklauf bei Sichten und Schneiden von => MAZ-Bändern.
Sichtplatz Arbeitsplatz mit einfachem Wiedergabegerät zur Sichtung des Rohmaterials und zur Erstellung einer => Shotlist.
Slave Band Zuspielband => Schneiden
Slow Motion Zeitlupe.
SNG Satellite News Gathering, englische Bezeichnung für Fernsehberichterstattung über Satellit (mit SNG-Wagen).
Spinne Auch Bodenspinne; drei spinnenartig ausgestreckte, flach liegende Elemente geben den Beinen des Kamera-Stativs festen Halt.
Spot Scheinwerfer mit gleichmäßigem, schmalen Lichtkegel => Wanne; auch Bezeichnung für einen kurzen Fernsehbeitrag, z.B. Werbespot.
Stanzen Beschreibung der Technik beim => Blue Box-Verfahren. Aus einem Gesamtbild werden definierte Bildteile elektronisch weggenommen und durch Bildteile eines anderen Bildes ersetzt.
Statement Kurze Erklärung einer Person zu einem Sachverhalt, direkt vor der Kamera.
Steadycam Kameraaufhängung (Schwebestativ), am Körper des Kameramanns befestigt, erlaubt ruckfreie Kamerabewegungen beim Gehen, => Subjektive Kamera.
Story-Board Kleine Skizzen, mit denen die gewünschten Inhalte von Bildern dargestellt werden, ein »Drehbuch in Bildern«.
Stringer Ortskraft, die dem Reporter/Korrespondenten das Bildmaterial zuliefert (vor allem im Ausland).
Subjektive Kamera Bezeichnung für filmische Stilrichtung; die Kamera nimmt denStandpunkt der handelnden Personen ein, gibt das Geschehen mit den Augen des »Hauptdarstellers« wieder; Realisierung meist mit => Steadycam.
Synchro Jargon für Sprachaufnahmen, => Synchronisation.
Synchronisation Vertonen von Fernsehbeiträgen mit Sprache, O-Ton, Atmo und Musik => Mischung. In der Filmbranche versteht man darunter auch das Aufnehmen des Textes und der Dialog-Szenen in einer anderen als der ursprünglichen Sprache.
Tageslicht Licht mit bestimmter Lichtfarbe erzeugt von der Sonne oder von der => Tageslichtlampe.
Tageslichtlampe Elektrische Lichtquelle; erzeugt bestimmte Lichtfarbe, die dem Sonnenlicht ähnlich ist. Wird bei Außen- oder Innenaufnahmen mit zu wenig Tageslicht zur eingesetzt.
Take Ein Teil, der ohne Unterbrechung aufgezeichnet wird (auch mit mehreren Kameras).
Tally Rotlicht auf der Kamera oder in der Regie über dem dazugehörigen Monitor.
TBC Timebase-Corrector; ein Gerät, das auf elektronischem Wege die Laufzeit-Korrekturen von verschiedenen Bildquellen durchführen kann.
Teaser Kurze Einspielung in das laufende Programm, die auf eine kommende Sendung hinweist, z.B. teast ein Moderator live die nächsten Nachrichten.
Technischer Vorspann Abfolge von Bild- und Tonsignalen auf dem Magnetband vor Beginn eines Beitrags. Oft eine Minute => Farbbalken mit 1 kHz Pegelton, gefolgt von 30 Sekunden Schwarz ohne Ton.
Teleprompter Auch Auto-Cue; Gerät, von dem der Moderator seinen Text ablesen kann.
Terrestrisch Ausstrahlung von analogem Fernsehen und => DVB-T über Sendeantennen auf der Erde, => Fernseh-Satellit, => Kabel.
Time Code Digitale Zeitinformation auf einer gesonderten Spur eines Videobandes, ermöglicht die genaue Zuordnung (und damit das Wiederauffinden) eines jeden einzelnen Bildes, => Schnitt, => Frame.
Tonspur Audiospur auf dem Magnetband; getrennte Spuren für Atmo und O-Töne, => IT-Ton.
Tor Hilfsmittel für den Beleuchter, um Lichtquellen abzuschatten, dafür gibt es auch Tüte und Tubus.
Totale Eine => Einstellungsgröße, die eine Gesamtansicht gibt.
Trailer Hinweis auf eine Sendung.
Türke oder türken eine gestellte Szene als real ausgeben; Verstoß gegen journalistische Ethik.
überblenden Ein Bild geht weich ins andere über, z.B. Übergang vom unscharfen ersten ins wieder unscharfe nächste Bild, das dann scharf wird. Auch weicher Übergang von einem Ton zum anderen.
überlappen Ton überlappt, wenn er länger ist als die dazugehörige Einstellung.
Überspielung Übermittlung eines Beitrags auf dem Leitungsweg von einer Fernsehanstalt zur anderen. Im Gegensatz zur Einspielung in eine Sendung kann die Überspielung noch bearbeitet werden.
überziehen Eine vorgegebene Sendezeit überschreiten.
U-matic Älteres Aufzeichnungsformat auf ¾-Zoll-Kassetten.
unterlegen => O-Ton oder => Atmo unter bestimmte Bilder legen, => Schneiden.
unterschneiden Man unterschneidet mit => Zwischenschnitten, um z.B. während einer Aussage (Statement) einen Eindruck vom Handlungsort zu vermitteln oder um zu kürzen.
Untersicht Bild aus der Froschperspektive.
Ü-Wagen Fernsehübertragungswagen.
VB Vorbesichtigung am Drehort.
Verbundsystem Arbeiten mit mehreren Kameras, die gleichzeitig Bilder anbieten, z.B. Studio- oder AÜ-Produktionen. Das gesendete Bild wird in der Regie ausgewählt.
verpixeln von Bildern, um z.B. einen Gesprächspartner (zu seinem Schutz) bewusst unkenntlich zu machen.
Verzerren von Tönen, um z.B. einen Gesprächspartner (zu seinem Schutz) bewusst unkenntlich zu machen.
VHS Abkürzung von video-home-system, das in Europa am weitesten verbreitete Videosystem für Homevideo und Videoamateurbereich. Die Weiterentwicklung Super-VHS wird auch für semiprofessionelle Zwecke im Fernsehen genutzt, wird abgelöst von DVD, Digital Video Discs.
Videotext Text-Informationen, die zusammen mit dem Fernsehsignal ausgestrahlt werden und im Fernsehgerät durch einen eingebauten Decoder sichtbar gemacht werden, jetzt meist Fernsehtext genannt.
Videoband (auch Tape) => Magnetband.
Virtuelles Studio bekommt per digitalem Trick eine nicht tatsächlich vorhandene und nur im Ausgangsbild (nicht im Studio) zu sehende virtuelle Deko. Der Moderator kann sich darin wie in einem realen Raum bewegen.
VJ Video-Journalisten recherchieren, konzipieren, drehen, schneiden und vertonen ihre Beiträge allein, sog. Ein-Mann-Teams.
Vorspann Anfangstrailer einer Sendung, beinhaltet u.a. den Titel der Sendung.
Wanne Lampe, die im Gegensatz zum => Spot ein weiches und fast schattenfreies Licht liefert.
Weißabgleich Abstimmung elektronischer Kameras auf die korrekte Farbwiedergabe bei unterschiedlichen Lichtbedingungen.
XDCAM Format mit bandloser digitaler Aufzeichnung auf einer wiederbeschreibbaren optischen Disk mit der Speicherkapazität 23,3 GB. Spieldauer bis zu 45 Minuten. Abspiel- und Wiedergabe-Möglichkeit nur mit dazu geeigneten XDCAM-Geräten.
Zeitlupe => Zeitlupe, => Slow Motion.
Zeitraffer Beschleunigung eines Ablaufs durch geringere Bildwechselfrequenz.
Zoll englische Maßeinheit, in der die Breite von => Tapes angegeben wird; ein Zoll = 2,54 cm.
Zoomfahrt Stufenlose Veränderung des Bildausschnitts mit Hilfe des Zoomobjektivs. Zwei Bewegungen sind möglich: ranfahren und aufziehen.
Zuspielung Der fertige Fernsehbeitrag wird während der Sendung von der Zuspiel-MAZ oder vom Server wiedergegeben.
Zwischenschnitt Zusätzlich aufgenommene Einstellung, die nicht die Hauptaktion zeigt. Sie wird zwischen zwei andere Einstellungen geschnitten, ohne den Fluss der Szene zu unterbrechen. Mit einem Zwischenschnitt können auch längere Vorgänge unbemerkt gekürzt werden, => Schneiden, => unterschneiden.

Quelle: Fernseh-Journalismus, 8. Auflage (»Online plus«)
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